location & casting 

Die richtigen Drehorte sowie die Besetzung sind essentiell, um das Drehbuch oder das Konzept zum Leben zu erwecken. Doch wie sucht und findet man die passende Location und die richtigen Darsteller für seinen Film?

Im ersten Teil unseres Eintrages widmen wir uns der Motivsuche, des sogenannten Location Scoutings. Im zweiten Teil beleuchten wir den Prozess der Besetzung, des sogenannten Castings.

Im ersten Schritt wird ein Location Scout betraut, die Location, oder, in der Fachsprache – das Motiv – zu suchen. Dieser nimmt das Briefing der Regie (Wünsche und Visionen) und der Produktion (Budget und Zeitraum) entgegen. Idealerweise hat der Location Scout ein eigenes Archiv an erprobten Motiven, die er gleich beim ersten Treffen mit der Regie und der Produktion vorschlägt. Im Gespräch erarbeitet man dann die gewünschte Richtung (Architektur, Stil, Zeitepoche etc.). Als nächstes recherchiert und fährt der Location Scout herum, auf der Suche nach tragbaren Vorschlägen.

Die Auswahl eines Drehortes richtet sich nach mehreren Kriterien: Beschaffenheit, Lage, Erreichbarkeit, Zugänglichkeit, Locationmiete – um nur einige zu nennen. Wenn die Location den Regiewünschen entspricht, gut erreichbar, zum Drehzeitpunkt verfügbar und die Locationmiete im Rahmen des Budgets ist, wird der Motivmietvertrag aufgesetzt und von Motivgeber und Produktion unterschrieben.

Bei diesem Projekt haben die Locations einen sehr hohen Stellenwert. Sie sind es, die jede für sich, eine Geschichte erzählen. Klug aneinandergereiht, ergeben sie einen Kurzfilm, der die Vielfalt unserer Stadt dokumentiert. Wir wollen unverwechselbare, visuell ansprechende, charmante und versteckte Orte in Esslingen zeigen. Und wer könnte besser über diese Kleinode Bescheid wissen, als die Bewohner selber. Deswegen haben wir dieses Wissen zum Kernpunkt unserer Werbekampagne gemacht. Wir wollten, dass die Bürger uns ihre Lieblingsorte zeigen und uns erzählen, warum diese für sie so besonders ist.

Die Auswahl aus den zahlreichen Einreichungen haben wir so getroffen, dass wir im fertigen Film ein breites Spektrum der Stadt abdecken – Touristenattraktionen wie die Burg oder das Klein-Venedig, private Kleinode wie ein blühender Garten in der Innenstadt, persönliche romantische Highlights wie das Open-Air Burgkino, Kindheitserinnerungen wie alte Friedhöfe …

Bei der Besetzung, bzw. dem Casting, läuft der Prozess ähnlich ab. Die Produktion engagiert einen Casting Director, der mit der Regie die Anforderungsprofile für jede besetzende Rolle erarbeitet. Meistens schlägt der Casting Director eine Vorauswahl vor. Schließlich kennt er die (Schau-)Spieler am Markt und hat ein gutes Vorstellungsvermögen, wer welche Rolle gut verkörpert. Danach kommt es zum Casting, bei dem die Regie gerne selbst anwesend ist. Oftmals will der Regisseur gleich vor Ort ein, zwei Szenen aus dem Drehbuch mit den Kandidaten ausprobieren. So bekommt der Regisseur eine bessere Entscheidungsgrundlage für die endgültige Besetzung.

Bei unserem basisdemokratischen Filmprojekt wollen wir möglichst vielen Menschen die Gelegenheit geben, sich auszuprobieren. Jeder, der Lust hat, vor der Kamera zu stehen, darf bei uns gerne mitmachen. Manche fühlen sich allerdings wohler, wenn sie als Komparsen durchs Bild gehen oder sich im Hintergrund aufhalten. Wir machen gerade die Erfahrung, dass manche Teilnehmer gerne von ihren Lieblingsorten erzählen – jedoch nicht in die Kamera. Dies lösen wir so, dass wir statt ihm einen Teilnehmer nehmen, der gerne als Schauspieler bei uns mitmachen wollen. Oder wir schreiben und produzieren einen Sprechertext, der entweder vom Ideengeber selber eingesprochen wird, oder von einem der schauspielaffinen Teilnehmer. Dazu bieten wir die Möglichkeit, sich als Sprecher auszuprobieren. Dazu werden wir Probeaufnahmen mit Interessierten in unserem Tonstudio machen.

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